Fassadenanstrich: Ablauf und worauf achten

1. September 2026 6 Min. LesezeitMaler & Lackierer
Fassadenanstrich: Ablauf und worauf achten

Eine Fassade schützt das Mauerwerk vor Regen, Frost und Sonne — der Anstrich ist ihre Verschleißschicht. Alle zehn bis zwanzig Jahre muss sie erneuert werden. Dieser Artikel erklärt, woran Sie den richtigen Zeitpunkt erkennen, wie ein Malerbetrieb vorgeht und welche Angaben in ein vergleichbares Angebot gehören.

Wann ist ein neuer Anstrich fällig?

Typische Anzeichen sind ein kreidender Anstrich (die Hand wird beim Wischen weiß), grünliche oder schwarze Beläge durch Algen und Pilze auf der Wetterseite, feine Risse im Putz, abblätternde Farbe oder Flecken, die nach Regen sichtbar bleiben. Einzelne Symptome sind kosmetisch — Risse und abblätternde Stellen lassen dagegen Wasser in den Putz, und dann wird aus dem Anstrich eine Sanierung.

Schritt 1: Untergrund prüfen

Ein Fachbetrieb beginnt nicht mit der Farbe, sondern mit dem Untergrund. Er klopft den Putz auf Hohlstellen ab, prüft die Haftung des Altanstrichs (Gitterschnitt oder Klebebandtest), misst die Feuchte und sucht nach der Ursache von Rissen. Danach steht fest, ob ein reiner Anstrich reicht oder ob Putzschäden ausgebessert, Risse überbrückt oder Teile neu verputzt werden müssen. Diese Bestandsaufnahme sollte im Angebot erkennbar sein.

Schritt 2: Reinigen und vorbereiten

Alte, lose Farbe wird abgebürstet oder abgestrahlt, Algenbewuchs mit einem Reiniger behandelt und mit Niederdruck abgewaschen. Hochdruck ist auf mineralischem Putz mit Vorsicht einzusetzen. Anschließend werden Risse ausgekratzt und verschlossen, Putzschäden ergänzt, Fensterbänke und Anschlüsse abgedichtet. Fenster, Türen, Rollläden und Außenanlagen werden abgeklebt und abgedeckt.

Schritt 3: Grundieren

Die Grundierung bindet sandende Untergründe, gleicht die Saugfähigkeit aus und sorgt dafür, dass der Anstrich haftet. Sie wird auf den Farbtyp abgestimmt: Silikatfarben brauchen einen mineralischen Grund, Dispersionsfarben einen Tiefgrund. Wird die Grundierung weggelassen, um Kosten zu sparen, hält der Anstrich oft nur wenige Jahre.

Schritt 4: Zwischen- und Deckanstrich

Zwei Anstriche sind der Standard, bei kräftigen Farbwechseln drei. Zwischen den Schichten muss die Farbe trocknen — bei feuchter Witterung länger. Die Farbe selbst richtet sich nach dem Putz: Silikat- und Silikonharzfarben lassen Wasserdampf durch und eignen sich für mineralische Untergründe, reine Dispersionsfarben sind eher für Wärmedämmverbundsysteme mit Kunstharzputz gedacht. Der Betrieb sollte Hersteller, Farbtyp und Anzahl der Anstriche nennen.

Gerüst, Wetter und Zeitplan

Ab dem ersten Stock ist ein Gerüst Pflicht und ein erheblicher Kostenblock; Gerüstmiete, Auf- und Abbau sollten im Angebot stehen. Fassadenarbeiten brauchen trockene Tage über fünf Grad — in der Praxis liegt die Saison zwischen April und Oktober. Für ein Einfamilienhaus rechnen Betriebe mit einer bis zwei Wochen inklusive Vorbereitung und Trocknungszeiten.

Was ins Angebot gehört

  • Bestandsaufnahme und Umfang der Ausbesserungen (Risse, Putz, Anschlüsse)
  • Reinigungsverfahren und Algenbehandlung
  • Grundierung, Farbtyp, Hersteller und Anzahl der Anstriche
  • Abkleben und Schutz von Fenstern, Wegen und Bepflanzung
  • Gerüst mit Standzeit, Entsorgung, Anfahrt
  • Fläche in Quadratmetern, getrennt nach Fassade, Laibungen, Dachuntersichten

Wärmedämmung gleich mitdenken?

Wenn ohnehin ein Gerüst steht, ist der Moment, über ein Wärmedämmverbundsystem nachzudenken: Dämmplatten, Armierung, Oberputz und Anstrich in einem Zug. Das kostet ein Vielfaches des reinen Anstrichs, wird aber gefördert und senkt die Heizkosten dauerhaft. Ein Malerbetrieb mit WDVS-Erfahrung rechnet Ihnen beide Varianten durch.

Fazit

Die Qualität eines Fassadenanstrichs entscheidet sich vor dem ersten Farbeimer: Untergrundprüfung, Reinigung, Ausbesserung und Grundierung machen den Unterschied zwischen fünf und fünfzehn Jahren Haltbarkeit. Vergleichen Sie Angebote nach diesen Arbeitsschritten, nicht nach dem Quadratmeterpreis.

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